"From Dusk till Dawn"

Nun geht also eine lange und ereignisreiche Nacht zu Ende. Am vergangenen Wochenende habe ich an der „Langen Nacht der Fotoworkshops“ in Hamburg teilgenommen. Kurz gesagt, eine Nacht, fünf verschiedene Workshops.

Aber von vorne.

Treffpunkt war Samstag um halb fünf am alten Elbtunnelbohrkopf. Dort fand eine letzte Einweisung mit anschließendem Kennenlernen der Dozenten statt. Hier sollten wir erfahren, wo die einzelnen Workshops stattfinden. Das ist vielleicht der einzige kleine Kritikpunkt des Tages. Denn ich hätte gerne vorher gewusst welche Workshops wo stattfinden, um mir die richtigen Haltestellen vorher raussuchen zu können. Aber egal, es ging ja auch so ganz gut.

Ich machte mich jedenfalls um halb zwei mit vollbepacktem Fotorucksack (nicht nur "Fotozeug", sondern auch Essen), samt Stativ auf den Weg. Nachdem ich angekommen war, hatte ich das Glück, zwei Teilnehmer kennenzulernen, die erstens mit dem Auto da waren und zweitens, die ersten drei Workshops mit mir zusammen hatten. So hatte ich ein Mitfahrgelegenheit und wir konnten uns noch eine ganze Weile über den netten Vorfall während des zweiten Workshops unterhalten.

 

Dieser hatte das Thema „Outdoor-Shooting bei Nacht“. Dazu hatte sich der Dozent eine Tankstelle nahe der Speicherstadt ausgesucht. Hintergrund war die Beleuchtung der Tankstelle und der Umgang mit dem vorhandenen Licht. Er hatte gerade den Reflektor aufgebaut, das Model hatte den Bademantel abgelegt und stand in Position, als ein Grossraumtransporter anhielt und drei dunkelgekleidete Wachmänner einer Sicherheitsfirma ausstiegen. Einer von ihnen begrüßte uns mit den Worten 

 

„Huch, ihr seid nicht die Jugendlichen, mit denen wir jetzt gerechnet haben!“ 

 

Eigentlich sehr nett. Ich bin schon seid längerem nicht mehr als Jugendlicher bezeichnet worden ;-). Aber scheinbar sah unsere gut 20-köpfige Gruppe auf den Videoaufnahmen sehr erschreckend aus und hatte damit einen Großalarm bei der Zentrale  ausgelöst. Denn kurz danach hielten noch drei weitere, voll besetzte Transporter. Und nun? Verjagen die uns mit massiver Einschüchterung? Nein! Ganz anders. Es reichten eine kurze Erklärung und ein einfaches Telefonat mit dem Vorgesetzten und wir hatten unsere 20 min. für den Kurs.

 

Teilweise erschreckend, was einem so durch den Kopf geht. Gedanken wie „Servicewüste Deutschland“, „Aggressive Türsteher“ oder Ähnliches. Und dabei vergisst man, dass die meisten Menschen eigentlich freundlich und hilfsbereit sind, und Probleme Situationen mit ein paar höflichen Sätzen positiv für beide geregelt werden, können. Wieder was gelernt bzw. daran erinnert!

 

Ausklingen lassen habe ich persönlich diese Nacht mit dem Nachtfotografie-Workshop. Dieser Bestand aus einem Rundgang durch die Speicherstadt mit Langzeitbelichtungen. Und egal wie müde ich um 6.00 Uhr an diesem Morgen war, so ist die Hamburger Speicherstadt im Dunkeln ein echtes Highlight. Dort war ich bestimmt nicht zum letzten Mal. Allerdings verbinde ich den nächsten Walk mit einem Besuch auf dem Hamburger Fischmarkt. Laut meiner Frau der beste Ort um zu Frühstücken, wenn man die Nacht durchgemacht hat. Vielleicht findet sich ja noch jemand von meinen Lesern, der mich begleitet. Ich würde mich freuen. Also meldet euch.

 

An dieser Stelle noch mal ein ganz großes Kompliment an das Organisationsteam und die Dozenten. Es hat eine Menge Spass gemacht (nachdem ich einige Stunden Schlaf nachgeholt habe ;-)). 

 

 

Zum Schluss noch ein paar Fotos vom Tag bzw. der Nacht!

 

PS. Die letzten beiden Fotos mag ich besonders, weil sie mich daran erinnern, dass einem Nachts die Fantasie einen Streich spielen kann. Irgendwie wirken sie wie „Monster" mit leuchtenden Augen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Anke (Montag, 28 Oktober 2013 16:34)

    Auf zum Fischmarkt, du Nachteule! ;-)