Die Melancholie des Herbstes

Wie der Titel schon verrät, geht es heute wieder um den Herbst. Bei der Allgegenwärtigkeit des Selbigen ist das ja auch verständlich. Diese Allgegenwärtigkeit hat mich am letzten Wochenende mal darüber nachdenken lassen, was den Herbst eigentlich ausmacht und wie man das fotografisch festhalten könnte.

 

Jemandem der dabei auf Licht angewiesen ist, fiel natürlich sofort auf, dass es davon im Herbst weniger gibt. Jedenfalls wenn man an einem trüben und diesigen Tag unterwegs ist. Was mich auch gleich zur ersten „Eigenschaft“ des Herbstes bringt. Das Wetter und die Kälte. Die vergisst man nämlich immer, wenn man die schönen bunten und auch teilweise sonnigen Herbstbilder sieht. Keiner sieht den Bildern an, wie dick man eingepackt durch die Landschaft stiefelt und sich trotzdem die Finger abfriert (man es war wirklich kalt).

 

Und die Farbe ist auch schon der nächste Punkt des Herbstes. Keine Jahreszeit hat meiner Meinung nach, so viele bunte Farben wie der Herbst. Jetzt werden einige sagen „Was ist denn mit dem Frühling und seinen ganzen Blumen?“. Ja stimmt schon, aber irgendwie fällt es mir dann nicht so stark auf, wie wenn ein ganzer Baum, oder sogar ein Waldstück gelb-rotes Laub hat. Das sticht einem mehr ins Auge, als kleine Blumen im Garten oder an der Strasse.

 

Bei Laub fielen mir dann auch die ganzen Blätterhaufen auf, was mich auf den Gedanken der Vergänglichkeit brachte. So wie die Blätter ihr Laub verlieren und die Früchte verwelken. 

 

Dies habe ich versucht in meinen Bildern umzusetzen, was gar nicht so einfach ist. Dies bringt mich auch zu meinem letzten Punkt bzw. zur Fotografie zurück. Bei meinem Aufnahmen habe ich bemerkt, wie schwer Landschaftsaufnahmen doch sind und wie viel Geduld und Zeit man braucht. Mir war das gar nicht so bewusst. Aber woran liegt das. Eigentlich ganz einfach. Bei einem Foto oder Bild kommt es immer auf die Abbildung eines Protagonisten an. Die verschiedenen Stilmittel, wie Unschärfe, Licht, Farbe, Position, Bildaufbau, etc. dienen nur dazu, den „Hauptdarsteller"  hervorzuheben. Bei einer Person ist es einfacher. Man kann Anweisungen geben, sie positionieren und gegebenenfalls vor eine andere Kulisse setzen. Man kann auch die Lichtführung beeinflussen durch Reflektoren oder Blitze. Bei einer Landschaft geht das alles nicht, wie ich feststellen musste. Der Nebel kommt und geht wann es ihm passt, Enten Schwimmen nicht wie sie sollen, selbst wenn man präzise Anweisungen hinterherbrüllt, und die Sonne macht auch was sie will. Und dann versucht mal einen Wald oder nur einen Eizellen Baum mit einem Blitz auszuleuchten. Das geht nicht. Und glaubt mir ich habe es tatsächlich versucht. Da hilft nur warten und geduldig sein.

 

Womit sich dann der Kreis zum melancholischen Herbst wieder schließt. Es ist die Jahreszeit, neben dem Winter mit Weihnachten vielleicht, die einem zum nachdenken anregt, weil wir auf Grund der längeren Dunkelphasen, einfach mehr Zeit dafür haben. So wie bei der Landschaftsfotografie.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anke (Mittwoch, 20 November 2013 14:11)

    Sehr schön! Die Bilder strahlen viel Ruhe, aber auch Vergänglichkeit aus. Und ich weiß auch, wo sie entstanden sind! ;-)

  • #2

    Jürgen (Mittwoch, 20 November 2013 18:26)

    Wow, schöne herbstmelancholie...

    Ich mag die Bilder mit dem versteckten Haus unwahrscheinlich gerne.

    Viele Grüße Jürgen