Die Wichtigkeit der Fotografie

Eigentlich wollte ich den Beitrag „Oh Gott, nicht noch ein Selfie!“ nennen. Aber das war mir doch etwas plakativ und entspricht auch nicht ganz meiner angestrebten Aussage. Denn ich habe nichts gegen „Schnappschüsse“.

Aber mit Fotografie haben solche „Schnappschüsse“ in meinen Augen nichts zu tun. Zur Fotografie gehört viel mehr als nur das Drücken des Auslösers, man benötigt Zeit. Zeit um eine Idee zu entwickeln und diese dann auch umzusetzen. Und besonders deutlich wurde mir das durch ein Interview mit dem Fotografen Platon Antoniou, dass ich neulich in der Zeit gelesen habe. In diesem ging es um sein Portrait von Wladimir Putin, welches 2008 den World-Press-Photo-Wettbewerb gewann, und wie dieses entstanden ist.

 

Der größte Teil des Shootings bestand in erster Linie daraus, eine Beziehung zum Gegenüber aufzubauen. Dabei ging es nicht um Politik oder ähnliches, sondern um persönliche Dinge wie beispielsweise die Lieblingsmusik und ähnliches. Nur so entsteht eine entspannte Stimmung, in der die Kamera in den Hintergrund rückt, und man bekommt Aufnahmen von der wirklichen Persönlichkeit. Denn jeder kennt das, kaum nimmt jemand eine Kamera in die Hand, fängt die ein Hälfte der Leute an sich wegzudrehen, während die andere Hälfte merkwürdig den Kopf zu verdrehen, unnatürlich zu grinsen oder klassisch irgendwelche Fingerzeichen zu machen. Aber das ist immer nur eine „Fotomaske“ die für jeden Fotografen aufgesetzt wird, und in der man glaubt, am wenigsten von sich selbst preiszugeben. Oder kennt ihr Leute, die gerne mit beispielsweise Tränen in den Augen fotografiert werden wollen. Um so etwas festzuhalten, benötigt man schon sehr viel Vertrauen zum Fotografen.

 

Aber warum nehme ich ein sechs Jahre altes Bild, um dies zu verdeutlichen oder anders, warum berichtet die Zeit über ein solches Foto? Ganz einfach! Dieses Foto hat die Persönlichkeit des Staatchefs so gut eingefangen, dass dieses Foto Jahre später von Demonstranten, die gegen Putin waren/sind, verwendet wurde und noch wird. Sie haben dieses Bild dann teilweise abgewandelt indem sie Putin mit Rouge und Lippenstift versahen, oder anders abwandelten.

 

Und das ist es was in meinen Augen die Fotografie ausmacht und von reinen „Schnappschüssen“ unterscheidet. Fotografie geht über das reine Abbilden des Gesehenen hinaus und sie vermittelt etwas, ein Gefühl, ein Botschaft oder Ähnliches, qeshalb sie in meinen Augen so wichtig ist.

 

PS. Leider habe ich keine Freigabe für die angesprochenen Fotos. Aber ich habe auf den Artikel der Zeitoben und hier noch mal verlinkt.

 

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