Eine Geschichte von Tieren, Ruhe und viel Geduld !

Nachdem ich das letzte Mal von der Zeit erzählte, die absolut notwendig ist für Fotografie, wurde mir dies bei diesen Bildern auf brutale Art und Weise deutlich gemacht. Angefangen hat alles damit, dass wir bei herrlichem Wetter auf dem Balkon relaxten und die Vögel zwitscherten. Da kam mir der Gedanke, mein lang nicht mehr verwendetes Teleobjektiv aus dem Regal zu holen und ein paar Aufnahmen von diesen singenden Zeitgenossen zu machen. Gedacht, getan! Also saß ich am nächsten Morgen mit einer Tasse Kaffee und meiner Kamera auf dem Balkon und wartete.

 

 

Und ich wartete und wartete und wartete. Bei meiner zweiten Tasse hatte ich gerade einmal zehn Bilder gemacht und die alle auch noch von dem selben Vogel. Na toll, dachte ich mir. Wenn man Sonntag morgens im Bett liegt und mal länger schlafen will, machen die Brüder einen Krach, dass man das Gefühl hat, sie sitzen auf der Bettkante. Aber wehe man will sie mal fotografieren, dann lässt sich keins von diesen Tieren blicken.

 

Nachdem über einer Stunde vergangen war und ich nur zwei Vögel vor der Linse hatte, wollte ich eigentlich aufhören. Aber weil es wirklich schönes Wetter war, lehnte ich mich zurück und entschied in Ruhe meine dritte Tasse Kaffee auszutrinken, bevor ich alles wieder wegpacke.

 

 

Und kaum hatte ich mich innerlich darauf eingestellt, und schaute einfach nur ins Grüne, kamen die Vögel. Einer nach dem anderen, als hätten sie nur darauf gewartet, dass ich aufgebe und sie in Ruhe lasse. Ich weiß nicht, ob es wirklich daran lag, oder daran, dass ich einfach ruhiger war und nicht ständig mit der Kamera herumwirbelte, in der Hoffnung, einen von ihnen zu erwischen. Ehrlich gesagt, ist es auch unwichtig, denn ich habe danach noch über eine Stunde weiter ganz in Ruhe fotografiert und ein paar schöne Aufnahmen gemacht. Selbst die Meisen, die sich sonst immer im Baum verstecken, habe ich beim Essen einer Raupe oder beim Sonnenbaden erwischt. Sogar eine Katze beim chillen war mit dabei.

 

 

Ich habe lange nicht mehr so entspannt eine Sache gemacht, wie in dieser letzten Stunde. Ich hatte wirklich Zeit den Moment, die Natur und dass was ich tue zu genießen. Ich glaube nicht, dass ich jetzt Natur- oder Tierfotograf werde, aber hin und wieder werde ich doch einen kleinen Abstecher machen und sei es auch nur, um die Zeit zu genießen. Somit hat mir diese Erfahrung mehr gebracht als nur ein paar schöne Fotos.

 

Und für alle die sich wundern, warum manche Fotos leicht unscharf sind. Mein Teleobjektiv ist schon etwas älter, und besitzt noch keinen Autofokus. Ich musste also komplett manuell fokussieren, old school halt ;-)

 

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