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Eine der größten Fotografenkrankheiten ist die Suche nach dem nächsten Objektiv. Denn es gibt immer einen Brennweiten- oder Blendenbereich, den man noch nicht hat und „unbedingt braucht“. Kürzlich habe ich ja darüber berichtet, wie entspannt mein Ausflug in die Tierfotografie war. Dies lag nicht zuletzt am verwendeten Objektiv. Es ist nämlich ein rein manuelles Objektiv. Also Kein Autofocus, keine Blendenautomatik oder Distanzchip, nur Metall und Glas. Sicherlich sind mir dadurch ein paar Aufnahmen durch die Lappen gegangen, aber auf der anderen Seite habe ich mich auch nicht so sehr auf die Technik konzentriert müssen, sondern mehr auf das Fotografieren selbst.

 

Und wie der Zufall so will, fand ich am Wochenende beim Durchstöbern der Kameraausrüstungen meiner Eltern auch drei Schätze. Ein 28mm f2,8, ein 50mm f1,7 und ein 70-210 f3,5 Macro. Auch alle rein manuelle Objektive natürlich, denn schließlich sind diese schon über 30 Jahre alt. Einziges Problem, sie haben den falschen Bajonett-Anschluss, nämlich Pentax und Yashika.

 

Zum Glück bin ich jedoch nicht der Erste, der auf die Idee gekommen ist, alte Objektive an neue Kameras zu schrauben. Und so gibt es einige Hersteller von Adaptern, und nach kurzer Suche im Web lagen auch schon Zwei in meinem virtuellen Einkaufswagen, und drei Tage später bei mir auf dem Schreibtisch.

 

 

Aber warum eigentlich alte Objektive? Dafür gibt es mehrere Gründe. Wie bereits oben erwähnt, fallen alle technischen Hilfsmittel der neueren Objektive weg, weshalb man sich mehr auf das Bild konzentriert. Das ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Zum Einen braucht man schon gewisse Vorkenntnisse, sonst werden die Bilder anders, als man sie haben will. Zum Beispiel funktioniert die Belichtungsmessung der Kamera zwar, aber nur mit die Spotmessung. Was bedeutet, hält man sich an die Belichtungsangaben der Kamera, dann werden die Bilder meist zu dunkel. Andererseits ist dadurch der Lerneffekt enorm, besonders was das „Sehen“ von Licht angeht.

 

Und wo wir gerade bei den technischen Hilfsmitteln der Kamera sind, komme ich gleich zu einem weiteren Vorteil, der mir selber gar nicht so bewusst war und den ich eher zufällig bemerkte. Bei einigen Shootings versagte mein Autofokus. Entweder war es zu dunkel und die Kamera konnte gar nicht fokusieren oder hat falsch fokussiert, was unter dem berühmte Front- oder Backfocus-Effekt bekannt ist. Und es gibt fast nicht ärgerlicheres als, beim Durchsehen der Bilder zu entdecken, dass die Bilder leicht unscharf sind, und alles weil man sich zu sehr auf die Technik verlassen hat. Ein Problem das tatsächlich erst eines der neueren Kameras ist und regelmäßig in unzähligen Testberichten und Foreneinträgen diskutiert wird. Eigentlich jedes Mal wenn eine neue Kamera auf den Markt kommt. Da wird dann diskutiert, wie gut oder schnell der Autofokus ist oder wie viel Kreuzmesssensoren verbaut wurden. Dies alles fällt bei den manuellen Objektiven weg. Darüber hinaus habe ich auch nicht mehr das Problem, dass mein Objekt außerhalb des Fokusbereiches liegt.

 


 

Und zum Schluss will ich noch kurz auf das Preis-Leistungs-Qualitäts-Verhältnis eingehen. Mich haben die Objektive nichts gekostet, sondern nur die Adapter. Hätte ich diese jedoch auch kaufen müssen, sind sie teilweise doch recht günstig zu bekommen. Das 50mm f1.7 kostet rund 50€ teilweise auch weniger, plus Adapter liegt man unter 100€. Und das 28mm f2,8 plus Adapter ist schon für rund 70€ zu haben. Bei Nikon bezahlt man für das neue 28mm-Objektiv rund 600€. Von dem 70-200 mm von Nikon erzähle ich gar nicht erst.

 

Natürlich Sind diese Linsen von Nikon sehr gut und teilweise auch ihren Preis wert, aber von der Abbildungsleistung her können die älteren Objektive teilweise doch mithalten. Denn sie stammen aus einer Zeit, in der Fotografie noch keine „Massenware“ war. Früher haben sich die Fotografen nicht für eine Marke, wie Canon, Nikon oder Leica der Kamera wegen, sondern auf Grund der Objektive entschieden. Eine Zeit in der die Objektive noch teurer waren als die Kameras. Denn die Technik in den Kameras war bei allen Herstellern gleich. Die Qualität der Objektive die Kaufentscheidung beeinflusst. Und das merkt man heute noch, kein Plastik sondern wie gesagt nur Metall und Glass.

 

 

Damit ihr euch ein Bild von der Qualität der Objektive machen könnt, habe ich schnell noch ein paar Fotos von unseren Blumen gemacht. Weitere Bespiele folgen. Und damit niemand glaubt, dass ich an den Fotos etwas bearbeitet habe, um das Ergebnis zu verfälschen, habe ich auch alle Sensorflecken drin gelassen (ich muss ihn wirklich mal reinigen ;-)). Sie sind also wirklich unbearbeitet und direkt aus der Kamera. Vielleicht ist es also mal ein Blick in die Schränke der Verwandten oder auf Online-Auktions-Plattformen wert.

 

In diesem Sinne

 


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